Spiel und Lerne!? – Die Problematik des InGame-Lexikons als historische Informationsquelle [Teil 2]

[Teil I findet ihr hier!]

Im Gegensatz zu seinem Gegenpart in Age of Emires II gibt es bei der Zivilopädie in Civilization VI einen großen Unterschied: Sie ist nicht zusätzlich zum eigentlichen Spiel als historisches Lexikon zu finden, sondern dient gleichzeitig auch als Nachschlagewerk für Spielinhalte: Wenn man also wissen möchte, wie stark eine bestimmte Einheit ist, welche Boni sein Anführer hat oder wie man das Spiel eigentlich gewinnen kann, hilft ein schneller Blick in die Zivilopädie. Kombiniert sieht es so aus, dass die meisten Einträge aus diesem Grund zwei Oberkapitel haben: Beschreibung und Historischer Kontext. Erstgenanntes befasst sich mit dem jeweiligen Element aus spielerischer Sicht, während sich das zweite Kapitel dann wie ein Text aus einem historischen Lexikon liest. Und damit für uns interessant wird!

Gehen wir die Sache chronologisch an, so geht es mit dem ersten Reiter Zivilisationen und Staatsoberhäupter los. Für ein Spiel wie Civilization, welches seine historischen Bezüge vor allem aus diesen beiden Punkten ableitet, ist es sicherlich nicht überraschend, dass dieser als erstes auftaucht. Werfen wir nun einen Blick auf Amerika, so fällt gleich auf, dass der Artikel wesentlich kritischer zu sein scheint, als ein solcher bei Age of Empires II: So wird zum einen erwähnt, dass einige Historiker argumentieren, Amerika könne auf die Gründung der dreizehn Kolonien zurückdatiert werden. Ihr wisst schon, die Zeit, als die Menschen in Boston haufenweise Tee versenkt haben. Zwar wird nicht weiter erwähnt, wer diese Historiker sind oder was denn nun „andere“ Historiker sagen würden, aber es wird deutlich, dass Geschichte eben nichts Sicheres ist, sondern auch nur der Versuch einer Rekonstruktion. Sich an dieser Darstellun orientierend folgt der Artikel auch relativ ausführlich den unterschiedlichen Ereignissen seit der Unabhängigkeitserklärung 1776.

Interessant ist hier, dass er dabei nicht nur sachlich-beschreibend, sondern durchaus auch kritisch-wertend an die Beschreibung herangeht. So wird offen von Gräueltaten gegenüber den Eingeborenenstämmen auf dem amerikanischen Festland gesprochen. Das Spiel zeigt an dieser Stelle zumindest, dass es sich nicht davor drückt, negative Ereignisse auch klar als solche zu benennen. So wird im letzten Absatz auch davon gesprochen, dass durch die Medien zahlreiche soziale Protstbewegungen (z.B. für Frauen- oder Bürgerrechte) aus Amerika in alle Winkel gelangt wären – genauso wie weniger angenehme Aspekte. Was genau damit gemeint ist, wird zwar nicht weiter erläutert, aber auch so lässt es sich doch gut als Kritik am US-Imperialismus deuten. Im Vergleich zu Age of Empires II ist diese kritische Sichtweise schon mal eine Steigerung, wenngleich man hier aufpassen muss. Wo hier die imperialistische Expansion kritisch betrachtet wird, taucht sie an anderer Stelle wieder positiv auf: So beschreibt der Artikel die Phase nach dem Unabhängigtskrieg als Zeit, in welcher sich die neue Nation an ihr eigenes Glück machen könne – rasante Expansion.

Amerika
Unglückliche Aussage – „Unglückliche Umstände“ ist auch eine Art, gewaltsamten Sklavenhandel zu umschreiben.

Generell macht die Zivilopädie sehr oft Sprünge zwischen dem einfachen Erwähnen von negativen Ereignissen innerhalb der Geschichte einer Zivilisation und einer damit verbundenen Deutung, die dem Leser vorweggenommen wird. Die Zivilopädie wechselt hier aus einer objektiven in eine subjektive Sichtweise. Dies wird vor allem dann bedenklich, wenn sich Texte des auch schon bei Age of Empires II auftauchenden Narrativs der „westlichen Überlegenheit“ bedienen: So erwähnt das Spiel, dass das Malireich ein erstunlich langlebiges, frommes und reiches Land gewesen wäre. Gerade das erstaunlich ist dabei… erstaunlich, denn es wird in keinen wirklichen Kontext gestellt. Sprich: Warum ist es ausgerechnet beim Malireich erstaunlich, dass dieses langlebig, fromm und reich war? Die einzige Erklärung scheint hier der Bezug zu sein, dass sich der größtenteils „westliche“ Leser nicht vorstellen kann, dass es auch außerhalb Europas/Amerikas stabile und florierende Nationen gegeben hat. Auch bei dem Eintrag zu Japan finden wir den ergänzenden Hinweis, dass das Land nach dem zweiten Weltkrieg unter amerikanischer Besatzung wieder zu einem der ökonomisch und technisch weltweit führenden Länder wurde. Diese Besatzungszeit dauerte jedoch nur 7 Jahre an (1945 – 1952), was der Text aber nicht weiter erwähnt.

Genauso wie die Japaner sollten aber auch die Franzosen den Amerikanern dankbar sein, schließlich wären sie laut Zivilopädie im Sommer/Herbst 1944 von Engländern und Amerikanern befreit wurden – und nicht von den „freien französischen Streitkräften“, wie von de Gaulle behauptet. Dieser Absatz verdeutlich wohl am deutlichsten, dass das Spiel mit historischen Kontroversen ziemlich problematisch umgeht. So ist es durchaus richtig, dass die Rolle des französischen Widerstands bei der Rückeroberung Frankreichs im zweiten Weltkrieg in den letzten Jahren kritisch hinterfragt wurde. Anstatt aber genauer auf dieser Debatte einzugehen (oder sie an dieser Stelle einfach wegzulassen), kann sich das Spiel diesen Einschub nicht verkneifen. Dadurch entsteht für den Leser den Einblick, dass es doch klar sei, dass nicht die Franzosen, sondern Engländer und Amerikaner alleine Frankreich befreit hätten. Der französische Widerstand wird nicht kritisch betrachtet, sondern schlichtweg negiert. Ob man hier nun von abenteuerlicher Interpretation oder völligem Nonsens sprechen möchte, wie es Grosch formuliert hat, bleibt jedem selbst überlassen. Ähnlich kann man den Satz deuten, dass sich die Briten zur Zeit des Imperialismus der Bürde des weißen Mannes annahmen. Auch hier erfährt der Leser kaum etwas über die sehr kontroverse Diskussion dieses stehenden Begriffs, sondern nur, dass es wohl zur Zeit des Imperialismus die vorherrschende Sichtweise gewesen wäre.

Ergänzend sei noch erwähnt, dass sich auch die Zivilopädie sich bei einigen historisch schwierigen Themen drückt. Ähnlich wie bei der Debatte um Sklaverei in Anno 1800 zuletzt wagt sich die Zivilopädie z.B. nicht an eine Darstellung der Zeit des Nationalsozialismus heran: Die Geschichte von Deutschland endet im Jahr 1806 mit dem Ende des heiligen römischen Reiches. Das ist in der Hinsicht merkwürdig, da so gut wie alle anderen Nationen, die heute noch existieren, eine durchgehende Geschichtsdarstellung haben. Auch die Trennung Koreas wird lediglich in zwei kurzen Sätzen erwähnt.

nazis raus
Seit 213 Jahren ein weißer Fleck in der Civilization-Geschichte: Deutschlands „Geschichte“ endet im Jahr 1806.

Der Staat bin ich

Ähnlich wie bei den einzelnen Nationen sind auch die Staatsoberhäupter in der Zivilopädie einmal in einen spielerischen und einen historischen Abschnitt aufgeteilt. Neben einer genaueren Erläuterung der einzelnen Boni gibt es jedoch auch einen kurzen Abschnitt, welcher die bestmöglichen Spielstrategien kurz erläutert: so wird dem Spieler als Perikles dazu geraten, den Kultursieg als einfachsten Sieg anzustreben, während Deutschland durch seine Schwerindustriebasis an jeder Front zum Sieg drängen könne. Eine nette Metapher für den Eroberungssieg. Jedem Anführer werden in Kombination mit seinen Boni unterschiedliche Spielweisen nahegelegt, die meistens mit der Nennung des geeignetsten Sieges enden. Somit kann sich schon vor dem Spielen einer einzigen Runde für jeden Anführer ein gewisses Bild entwickeln, welches der Spieler dann mit diesem verknüpft: Ein Deutschland unter Barbarossa soll einen Militärsieg anstreben? Dann wird Barbarossa ja sicherlich auch irgendwie militärisch erfolgreich gewesen sein! Kleopatra kann durch das schnelle Bauen von Weltwundern und ihre besondere Modernisierung „Sphinx“ viel Kultur und Tourismus produzieren? Her mit dem Kultursieg!

Im Vergleich zum historischen Kontext nehmen diese Beschreibungen jedoch nur eine sehr kleine Menge an Text ein. Denn auch hier steht die detaillierte Lebensgeschichte inklusive einiger „Extras“ klar im Vordergrund. So erzählt die Zivilopädie oftmals eine sehr ausgeschmückte Lebensgeschichte der jeweiligen Herrscher, hier und da aber wieder durch einige Einschübe ergänzt: So wird bei Barbarossa darauf hingewiesen, dass Historiker ihn als einen der größten – wenn nicht sogar den größten – mittelalterlichen Kaiser des heiligen römischen Reiches ansehen. Die schon bekannten (und scheinbar bei Entwicklern sehr beliebten!) unbekannten Historiker tauchen hier wieder auf. Für Barbarossa gibt es aber auch eine Erklärung, warum man zu dieser Einschätzung kommen könnte: So würde er durch seine zahlreichen Talente im Vergleich zu seinen „Kollegen“ wie ein Übermensch (!) in einem Zeitalter wirken, welches die Zivilisation als „dunkel“ bezeichnet. Dass die Zivilopädie Barbarossa zu einer Art historischem Avenger macht, zeigt noch einmal, wie sehr die Serie ihre personenbezogene Geschichtsdarstellung in den Vordergrund stellt: Historische Figuren agieren wie Superhelden, die als einzige in der Lage waren, der damaligen Zeit ihren Stempel aufzudrücken. Geschichte geschieht weniger durch Prozesse oder Bewegungen, als durch überlebensgroße (Roosevelt) Männer oder die mächtigsten Frauen ihrer Zeiten (Eleonore von Aquitanien). Viele dieser Beschreibungen sind stark positiv gefärbt, kritische Anmerkungen findet man zwar auch, aber wie so oft eher bei „nicht-westlichen“ Herrschern: Bei Dschingis Khan wird dessen Brutalität hervorgehoben, durch welche er bekannt werden sollte. Shaka wird auch aufgrund seiner Tyrannei als einer der kontroversesten Herrscher Afrikas bezeichnet.

harald
Gute erste Sätze für ein Bewerbungsschreiben: Ich heiße Harald und bin der Tyrann der Meere!

Wie das Vorbild spielen?

Wer jetzt denkt, dass diese historischen Darstellungen sehr suggestiv sind… hat vollkommen recht. Es liest sich so, als wenn die Zivilopädie mit der bewussten Intention geschrieben wurde, ein oder zwei wichtige Attribute in den Vordergrund zu stellen. Die Herrscher sollen sich immer durch wenige, aber klare Eigenschaften auszeichnen, die dem Spieler schnell klar machen, mit wem wir es hier zu tun haben. Aber dient das auch wie bei Age of Empires II dazu, dem Spieler durch eine geschickte Verknüpfung von Boni und Geschichte ein Gefühl der „authentischen Spielweise“ zu vermitteln? Sprich: Spielen sich Nation und Anführer so, wie sie „in Echt“ auch waren? Werfen wir für diese Frage einen Blick auf Barbarossas Boni: So besitzt er im Spiel einen zusätzlichen Militärregierungsplatz, eine zusätzliche Kampfstärke von +7 gegen Stadtstaaten. Ergänzend dazu erhält er durch Deutschland das U-Boot als Spezialeinheit, die Hanse als verbesserten Produktionsbezirk und einen zusätzlichen Bezirk mehr pro Stadt, der dort gebaut werden kann. Alles in allem Liegen die Boni also klar auf den Bereichen „Militär“ und „Produktion“. Vergleichen wir das mit dem Narrativ der Zivilopädie muss man nicht lange nach Verbindungen suchen: Deutschland sei unter Barbarossa ein Machtgebilde, welches seine Feinde durch Produktivität und militärische Macht zu überrollen droht. Er selbst hätte am Ende alle Herausforderer besiegt und eine in Anführungszeichen gesetzte friedliche Epoche unter Barbarossa sah so aus, dass er sich an den deutschen Herzögen rächte, welche ihm die Unterstützung untersagt hätten. Der Zivilopädie nach scheint Barbarossa also ein entspannter Zeitgenosse gewesen zu sein! Oder so ähnlich…

Barbarossa, Zivilopädie
Ein geschichtskultureller Klassiker! – Das Motiv des „militärisch-expansiven“ Deutschlands macht auch in Civilization keine Pause.

Auch bei anderen Herrschern ist dieses Muster ziemlich schnell zu erkennen: Harald Hardråde, der Anführer Nordwegens, plünderte laut dem historischen Kontext gerne die Küsten Dänemarks (wobei er, wie es sich für einen klischeehaften Wikinger gehört, die Einheimischen abschlachtete und deren Dörfer niederbrannte) und anderer Länder. Im Spiel sieht sein Bonus so aus, dass das Plündern von Küstengebieten zusätzliches Gold, Forschung oder andere Werte mit sich bringt. Ergänzend mit den Boni Norwegens, früher und schneller Ozeane befahren zu können, zeigt sich der gute Harald auch im Spiel oftmals so, wie es sein historisches Vorbild aus der Zivilopädie vorgelebt hat. Vikings lässt grüßen.

Fazit

Ohne jetzt weiter haufenweise Einzelbeispiele herauszusuchen, wird es glaube ich deutlich, wie sehr Civilization sein InGame-Lexikon weniger zur historischen Wissensbildung, als vielmehr Bekräftigung der eigenen „Authentizität“ nutzt. Die Zivilopädie soll durch ihre pure Größe den Anschein erwecken, gründlich recherchiert zu sein. Ergänzt durch gelgentliche Einschübe, in welchen (unbekannte!) Historiker Einschätzungen äußern, stellen die Texte im historischen Kontext eher eine Art Erzählung dar, mit welchem ein Narrativ verfolgt wird, welches sich dann widerum mit den spielspezifischen Boni ergänzt. Ein Muster, welches auch Age of Empires II bereits einige Jahre zuvor verfolgt hat.

Insofern zeigt sich anhand der gezeigten Beispiele, dass InGame-Lexika von Spielen für die reine Gewinnung von Wissen keinen großen Mehrwert haben. Groschs bereits 2002 gefasste Fazit eines Breis, der keine gültigen Aussagen mehr über die Geschichte […] zulasse, ist also auch gut 17 Jahre später immer noch gültig. Sicherlich gibt es kleine Fortschritte, wenn man die Zivilopädie in Civilization VI mit dem Lexikon aus Age of Empires II vergleicht (wie z.B. einen zarten Hauch von Kontroversität), aber mehr auch nicht. Was eigentlich schade ist, denn der Gedanke, ein Nachschlagewerk innerhalb eines Spiels zu haben, bietet sicherlich Potenzial. Zumal sie mittlerweile auch ein elementarer Bestandteil vieler historischer Strategiespiele sind. Das zeigt, dass ein solches Lexikon auch von Seiten der Spieler als ein positives Element wahrgenommen wird. Doch anstatt hier mit gut recherchiertem und historisch-fundiertem Wissen zu punkten, verrennt man sich in klischeehaften Erzählungen, die einem Nation und Herrscher in einem den Spielboni angeglichenen Bild präsentieren sollen. Frei nach dem Motto „Civ dir deine Meinung!“.

Es wird also interessant zu verfolgen sein, wie bspw. Civilization VII (wenn es denn irgendwann einmal erscheint) seine Zivilopädie aufbauen wird. Baustellen gibt es genügend, ein einfaches Copy-und-Paste genügt da nicht. Vor allem, weil man damit Gefahr laufen würde, Fehler mit einzubauen. Denn ob man Großbritannien zu dem Zeitpunkt noch als Teil der Europäischen Union bezeichnen kann, das kann nun wirklich niemand genau sagen!

England EU
Ob England eine der führenden Nationen der EU bleibt? Nicht nur eine Frage für zukünftige InGame-Lexika.

7 Gedanken zu “Spiel und Lerne!? – Die Problematik des InGame-Lexikons als historische Informationsquelle [Teil 2]

  1. Vielen Dank für den zweiten Teil! Als ich noch jünger war, fand ich die Civilopedia ein cooles Konzept, aber irgendwann kam das Geschichtsstudium und die unklaren Quellen haben es mir etwas verleidet.

    Als ich noch oft U-Boot-Simulationen spielte, fand ich das Handbuch des alten „Aces of the Deep“ toll — ausführlich wurde historischer Hintergrund geschildert, und in der CD-Version war zusätzlich eine Online-Enzyklopädie mit Videos dabei. Damals wirkte das tiefgründig. Aber es war bestenfalls Militärgeschichte, ohne kritische Einordnung in politischer Hinsicht. Und zu viel dieser eher beschönigenden, typischen U-Boot-Literatur in den Quellen. Aber das Genre hat da sowieso noch Nachholbedarf.

    Vor ein paar Jahren durfte ich das Handbuch für ein X-Plane-Addon, eine „Fokker Dr.I“ schreiben. Das war der rote Doppeldecker, den Manfred v. Richhofen im Ersten Weltkrieg flog — Mythos „Roter Baron“, ehrenhafter Kampf und so. Ich habe in das Handbuch eine eher ablehnende Sicht auf das Thema untergebracht, indem ich Joachim Castans kritische Richthofen-Biographie (2016) zitiert und als Quelle angeführt habe. Da das Addon in unkommentierter Form den alten Mythos weiter erzählt hätte (es ist ein reiner Flugsimulator, ohne Missionen und Story, d.h. da ist das „coole berühmte Flugzeug“ und mehr nicht), wollte ich mit dem Handbuch ein bisschen was dagegen setzen, nach dem Motto „Ja, technisch war das Flugzeug interessant zu fliegen, aber vergesst nie die schlimmen Gründe, warum es das war“. Rückblickend fühlt sich das ein bisschen wie ein Feigenblatt an. Man ist ja SO reflektiert, aber statt konsequent zu sein und zu sagen: „nö, für ein Produkt, das durch seine bloße Existenz überholte Militärmythen fortschreibt, arbeite ich nicht“ war es dann doch anders… anyway.

    Naja, dies nur als kleiner Bericht vom Betroffenheitssofa.

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    1. Mach es dir gerne dort bequem, falls du weitere Geschichten hast. 😀 Gerade der letzte Absatz ist super interessant. Kann deine Gewissensprobleme da gut nachvollziehen. Aber vielleicht haben zumindest ein paar Spieler durch den Blick ins Handbuch die kritische Sichtweise gesehen. Oder du hast ihnen ihren Mythos schön kaputt gemacht. 😀

      Militärgeschichte ist glaube ich so ein Thema für sich. Da ist noch so ein großer „Modellbau“-Faktor mit dabei, dass man auch den Druck hat, die U-Boote oder Panzer möglichst „originalgetreu“ nachzubauen. Und wie du schon sagst, spielt das beschönigen dieser Militärfahrzeuge sicherlich auch eine große Rolle.

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  2. Die beliebten namenlosen Historiker, welche eine abweichende Meinung implizieren, ohne daß man sie niederschreiben müsste. 😉

    Eine Nachfrage: Befindet sich der unbedeutende französische Widerstand auch in der französischen Version? Zumindest theoretisch wären kulturelle Anpassungen in den Texten möglich und ebenso verbreitet.

    Jetzt müsste ich sicherlich mein Gedächtnis bei AoE II auffrischen und mir Civ VI kaufen, aber wären die Zivilopädie nicht kritischer zu sehen, weil sie sich mehr den Anschein eines Lexikions verleiht?
    Prinzipiell würde ich an meiner These festhalten, daß beides einen Einstiegspunkt wie Filme als Gandhi bieten können und ein grobes Basiswissen enthalten, welches aber dann durch weitere Einarbeitung vertieft werden müsste… und sei es nur der Wikipediaeintrag.

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    1. Zu der Nachfrage: Zumindest in der englischen Version steht dieser Absatz auch so drin (despite De Gaulle’s claims for the „Free French“ Forces). Mein Französisch ist leider nicht vorhanden, daher kann ich dort leider nicht überprüfen. Aber ich vermute mal, dass die Spiele den englischen Originaltext lediglich übersetzen. Nach Unterschieden zu suchen klingt aber interessant, ich hole mal mein Ideenbuch wieder heraus… 😀

      Zum unteren Punkt: Ich glaube, dass man da gar nicht so groß unterscheiden kann. Civilization hat ja auch die Spielinhalte eingebaut, deshalb wirkt es sicherlich größer. Aber ob die Geschichte nun in einer „Zivilopädie“ oder einem Reiter „Geschichte“ steckt, spielt für mich da keine große Rolle. Wichtig ist, ob dem Spieler vermittelt wird, dass er sich hier über die historischen Hintergründe informieren könne. Und das ist bei beiden Spielen der Fall.

      Bei deinem Fazit stimme ich dir zu. Aber ich glaube auch, dass man nicht zwingend trennen muss. Eventuell bieten sich größere Kooperationen sogar an, bei welchen das Spiel „Basisinformationen“ bietet und für weiterführende Informationen direkt auf Fachliteratur/Lexika verweist. Ich glaube, CivCity: Rome hat mit einem ähnlichen Konzept gearbeitet. Eventuell gucke ich mir das auch noch einmal an.

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  3. Wunderbarer Text. Schön, wie du zeigst, wie „weißgewaschen“ die Cilivopedia doch ist. Es lässt mich jedoch immer noch wundern, wie abwertend sie an anderer Stelle werden kann. Ich hatte mir ja einmal die englische angeschaut und einige Probleme mit der Frauendarstellung darin gefunden:
    https://languageatplay.de/2017/07/31/civilization-colonialism-and-the-misunderstanding-of-history/

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es da massive Unterschiede in den Sprachversionen gibt. Weißt du da etwas zu? 🙂

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    1. Danke! Ja, ich war auch überrascht, da ich bei einer „Pause“ von 18 Jahren mehr Fortschritte erwartet hätte. Es ist schon merkwürdig, wie gerade ein „episches“ Spiel wie Civilization leider immer wieder irgendwelche problematischen Klischees bedient (wie du in deinem Artikel ja auch schreibst!).

      Zu deiner zweiten Frage: Ich habe auf Anregung von Elfant mal kurz die englische Version angeschaut und da war alles sehr ähnlich. Für andere Sprachen fehlt mir schlichtweg die Sprachkenntnis, um da genaueres zu überprüfen. Außer ihr habt noch Lust auf Latein. 😀 Ansonsten böte sich hier eventuell eine Chance für ein historisch-linguistisches Crossover…? :O

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