Wer ist es? – Theodore Roosevelt

Wer ist es?

Theodore „Teddy“ Roosevelt, als 26. Präsident das Staatsoberhaupt Amerikas!

Wann regierte er?

Präsident der USA war er von 1901 bis 1909. Obwohl er zuerst Vizepräsident war, kam er nach der Ermordung des „eigentlichen“ Präsidenten William McKinley in dieses Amt. 1904 gewann er seine erste Wahl und 1909 übergab er das Amt an seinen im Jahr zuvor gewählten Nachfolger William Howard Taft. 1912 kandidierte er erneut für das Amt, verlor aber die Wahl und eine mögliche Kandidatur 1920 verhinderte sein Tod 1919.

Was sind seine Boni?

Gründerväter

Der Bonus der Amerikaner bezieht sich im Plural stehend nicht etwa auf eine Schizophrenie Roosevelts, sondern auf die Gründerväter bei der Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahr 1776. Durch ihn ist die Erforschungsdauer für Kulturpolitiken verkürzt, wenn sie neue Regierungsformen enthalten, weiterhin gibt es eine Kampfstärke für Einheiten auf eigenen Gebiet. Dabei erklärt sich der erste Bonus recht schnell: Die Gründerväter wurden (oder werden immer noch!) als höchst intellektuelle und voraussehende Menschen beschrieben.  Ihre hervorragenden Fähigkeiten und ihr Intellekt wird immer wieder im Kontext der Staatsgründung der USA erwähnt: Nur dank ihnen wäre es möglich gewesen, einen neuen Staat mit einem neuen politischen System zu gründen.

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Wie alles begann: Die Gründerväter der USA (Gemälde aus dem Jahr 1819)

Dieser Bezug auf das neue politische System wird im Spiel mit der schnelleren Erforschung von neuen Regierungsformen gezeigt. Logischer wäre zwar nur ein einmaliger Bonus (die USA haben sich ja auch nur einmal gegründet), aber das wäre im Gegensatz zu den Boni der anderen Völker wohl zu schwach gewesen. Auf der anderen Seite hat Amerika dann noch den Stärkebonus für Kämpfe auf dem Kontinent der Hauptstadt. Der Bezug zu Amerika mag aufgrund der vielen militärischen Interventionen der letzten 100 Jahre unpassend wirken, weil er impliziert, dass die Amerikaner mehr verteidigt, als angegriffen hätten. Alle Konflikte mit amerikanischer Beteiligung fanden schließlich außerhalb der USA statt! Doch wenn wir in die Zeit der Gründerväter blicken, findet sich die Lösung schnell: Der Unabhängigkeitskrieg. Gerade die Briten als ehemalige Kolonialherren wollten ihre wertvollen Kolonien nicht verlieren, was dann im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg mündete. Hier mussten die „neu entstandenen“ Amerikaner ihren Staat verteidigen, worin sie letztendlich auch Erfolg haben sollten. „Schuld“ an diesem Krieg waren die Gründerväter mit ihrer Sezession und der daraus entstandene und gewonnene Abwehrkampf liefert am Ende eine passende Begründung für diesen Bonus ab. Damit bleibt am Ende noch der Bonus mit der erhöhten Annehmlichkeit von Feldern neben einem Nationalpark. 1864 wurde in Kalifornien das erste Naturschutzgebiet beschlossen, wodurch es der moderne Vorgänger für heutige Nationalparks war. Der Yosemite-Nationalpark sollte als Vorbild für den Erhalt der natürlichen Umwelt dienen, was im Spiel den Annehmlichkeitsbonus erklärt: Wer möchte nicht neben solchen Atemberaubenden Lagen wohnen? Alle Boni passen historisch gesehen gut zueinander und heben die besondere Stellung der Gründerväter (bis auf die Nationalparks, die sind eher „gesamtamerikanisch“ einzuordnen) noch einmal hervor. Auch wenn wir ihnen im Endeffekt zu verdanken haben, dass ein Donald Trump mit weniger Stimmen als seine Konkurrentin Präsident werden kann!

Rough Riders

Dieser Begriff war um 1900 herum ein relativ beliebter Begriff für Glücksritter im Wilden Westen. Daran angelehnt verwendete ihn die amerikanische Presse, als Theodore Roosevelt 1898 (also noch vor seiner Präsidentschaft) ein freiwilliges Kavallerieregiment für den Spanisch-Amerikanischen Krieg aushob. Formell lautere dessen Name 1st United States Volunteer Cavalry, bürokratischer geht es kaum. Unbürokratischer war dagegen die Aushebung: Roosevelt wählte Teilnehmer größtenteils selbst aus, unterzog sie einem Kavallerietraining. Während ihr Erfolg insgesamt eher bescheiden war, erlangte vor allem Theodore Roosevelt große Popularität, welche ihn dann in seiner Rolle als Präsident stärken sollte.

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Bereit zum Kampf: Theodore Roosevelt und seine Rough Riders

Drei Besonderheiten haben sie im Spiel: sie haben relativ geringe Unterhaltskosten, bekommen zusätzliche Stärke beim Kampf auf Hügel und erzeugen beim Kampf gegen Einheiten auf dem Kontinent der Hauptstadt zusätzliche Kultur. Die geringen Unterhaltskosten lassen sich als durch ihre historische Rolle als freiwilliges Kavallerieregiment erklären. Und die zusätzliche Kampfstärke auf Hügel hat ebenfalls einen historischen Bezug: Die Schlacht vom San-Juan-Hügel 1898. Auf Kuba kam es in diesem Jahr zum Höhepunkt des Spanisch-Amerikanischen Krieges. Der Hauptstützpunkt der Spanier, Santiago, wurde bereits von See belagert, sodass man nur auch von der hügeligen Landseite einen Angriff wagen musste. Diese Rolle fiel Roosevelt und seinen Rough Riders zu und sie bestanden diese (wenn auch mit hohen Verlusten!). Mit dem amerikanischen Sieg in der Landschlacht und einer wenig später gewonnenen Seeschlacht kapitulierten die Spanien schließlich. Für die Kultur könnte zwei Punkte eine Rolle spielen: Die Rough Rider waren nach ihrer Auflösung 1898 weiterhin sehr bekannt in Amerika und wurden in vielen künstlerischen Darstellungen gerne verwendet. Mit dem Erringen von Erfolgen simuliert das Spiel durch mehr Kultur auch den steigenden Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung. Weiterhin wurde durch die Sieger der Rough Rider der amerikanische Einfluss erweitert. Im weiteren Sinne verbreitet sich dadurch ja auch deren Kultur, wenngleich dies für Einheiten relativ allgemeingültig ist. Deshalb würde ich die erstere Begründung hier für den Kulturbonus heranziehen.

P-51 Mustang

Hoch hinaus geht es mit der zweiten Spezialeinheit der Amerikaner: Das Jagdflugzeug P-51 Mustang. Während ihr Vorgängermodell, die P-40-Serie, noch nicht groß auffiel, konnte durch den Einbau von englischen Hochleistungsmotoren und anderen kleineren Verbesserungen der Durchbruch erzielt werden. Die 1942 eingeführte P-51-Serie sollte eine der besten Flugzeuge im zweiten Weltkrieg sein. Mit der besseren Leistung konnte sie weiter fliegen als die meisten anderen Modelle, vor allem den feindlichen aus Deutschland und Japan. Auch durch ihre Bedeutung im Kampf gegen die faschistischen Regime genießt sie heute noch eine große Wertschätzung in Amerika. Wie eigentlich alles, was mit dem Militär zu tun hat! Im Spiel hat sie dann 3 Boni: Die erhöhte Reichweite erklärt sich relativ schnell, da er sich auf die oben genannte Leistung bezieht. Weiterhin hat sie eine zusätzliche Stärke gegen andere Jagdflugzeuge, an welcher sich die Überlegenheit der P-51 gegenüber den feindlichen Flugzeugen zeigt. Der dritte Bonus besteht aus einem schnelleren Gewinn von Erfahrung, so erhalten die P-51 50% mehr Erfahrung, als ihre Gegenstücke von anderen Nationen. Möglicherweise ein Hinweis auf die schnelle Ausbreitung der Mustang, weil sie nach den ersten Erfolgen großflächig hergestellt wurde. Erfolg macht halt sexy, wie es so schön heißt…

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Im Anflug: Die P-51 in Civilization VI

Filmstudio

Hollywood. Mehr braucht man hier wohl nicht zu sagen. Lange Zeit hatten die USA durch ihre populäre Filmschmiede in Kalifornien die größte Filmproduktion der Welt. Wenngleich diese mittlerweile nach Indien („Bollywood“) gegangen ist, wird ihr Ruf durch die zahlreichen Klassiker wohl für immer bleiben. 1911 gründete sich mit der Nestor Film Company das erste Filmstudio in Hollywood, kurz darauf folgten 15 weitere unabhängige Unternehmen. Dies sollte zu einem steilen Aufstieg führen: Gut 10 Jahre später war die Gegend in Kalifornien dann auch schon zur Welthauptstadt des Films geworden. Amerikanische Filme wurden von dort über den ganzen Globus gesendet. Mit dem Filmstudio in Civilization VI senden die Amerikaner ordentlich Kultur: Das Gebäude erhöht verdoppelt die Tourismusproduktion in einer Stadt! Damit greift das Spiel einen Aspekt der Amerikanisierung auf: viele den USA nahe stehende Nationen würden von amerikanischer Musik, Literatur und auch Filmen „überschwemmt“ werden, sodass diese die „eigenen Kulturen“ verdränge. In gewisser Weise steht das Bonusgebäude der Amerikaner also in genau dieser Tradition, da es sehr dabei hilft, den Kultursieg zu erringen.

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Weltbekannt: Der Hollywood-Schriftzug (aufgestellt: 1923)

Teddybären

Nein, dies ist keine Spezialeinheit der Amerikaner, aber trotzdem verdankt das beliebte Kuscheltier seinen Namen dem amerikanischen Oberhaupt aus Civilization VI. Zwar gibt es zwei Geschichten zu der Namensherkunft, aber beide kommen zu dem gleichen Ende: Aus „Teddy’s bear“ wurde der Teddy bear! Wer im Spiel eine Delegation von Roosevelt akzeptiert, wird davon auch ein Exemplar bekommen!

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Beliebt bei Kindern: Ein Teddybär! Dieser gehörte Roosevelts Enkel.
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