Civilization 5 – Technologiebaum: Antike

Der Technologiebaum

„Heureka – Ich hab’s gefunden!“. Diesen Archimedes zugeschriebenen Satz wird sich auch der ein oder andere Spieler von Civilization immer wieder denken. Denn wie Archimedes freut man sich doch sehr, wenn man eine neue Technologie erforscht hat. Im Gegensatz zu dem griechischen Physiker gibt man sich als Civ-Spieler nicht mit ein oder zwei Technologien zufrieden, sondern erforscht im Laufe einer Partie bis zu 80 unterschiedliche Technologien. Und dies geschieht in Form eines Technologiebaums: Hier kann der Spieler relativ frei auswählen, was er erforschen möchte und mit jeder anderen Forschung stehen ihm neue Möglichkeiten offen. Dabei sind die Forschungen aber nicht alle sofort verfügbar, bspw. muss man erst die Bronzeverarbeitung erforscht haben, um danach die Eisenverarbeitung entwickeln zu können. Wie in der echten Zivilisationsgeschichte bauen Technologien also aufeinander auf und das ist schonmal ein großer historischer Pluspunkt für das Spiel. Im Folgenden möchte ich mich jetzt aber mit dem Aufbau des Technologiebaums beschäftigen, da dieser den Spieler von der Antike bis in die Zukunft begleitet und dabei auch viele für die Menschheit sehr bedeutende Entwicklungen entdecken lässt. Dabei stellt sich nun die Frage, inwiefern man so eine Forschungsgeschichte überhaupt historisch nachkonstruieren und ob man sich da immer an die historische Realität halten kann. Der Technologiebaum an sich gliedert sich grob in 8 verschiedene Zeitphasen mit jeweils unterschiedlichen Technologien, wobei die Antike die erste Phase ist. Im Spiel schreitet man von einem Zeitalter in das nächste voran, wenn man entweder erstmals eine Technologie dieses Zeitalters erforscht, oder alle Technologien des vorherigen Zeitalters erforscht hat. Für die Analyse möchte ich hier chronologisch vorgehen, also ganze vorne anfangen: in der Antike! Jede andere Zeitphase bekommt dann später ihren eigenen Blogartikel, also Geduld bewahren. Im Prinzip nichts neues für Civ-Spieler!

Die Antike

Da der Startzeitpunkt des normalen Spiels immer auf das Jahr 4000 v.Chr. datiert ist, hat man eine feste Jahresangabe, von der man ausgehen kann. Den Sammelbegriff Antike für den Zeitraum dieser Phase zu verwenden, ist jedoch gewagt: tatsächlich umfasst dieser Begriff meistens den Zeitraum zwischen 800 v. und ca. 550 n. Chr., 4000 v.Chr. wäre da ein wenig zu früh, nach klassischer Einteilung der Frühgeschichte würden wir uns hier in der Kupferzeit befinden. Im englischen Original wird dieser Zeitraum tatsächlich mit „Ancient Era“ betittelt, welcher den Zeitraum ab 3600 v.Chr. Bis 500 n.Chr. umfasst, hier ist man also ein wenig genauer. Auf der offiziellen deutschen Homepage von Civilization spricht man richtigerweise nicht von der Antike, sondern von der Steinzeit als erste Phase der technologien Entwicklung:

Wählen Sie eine von 18 historischen Zivilisationen, um sie auf dem Weg von der Steinzeit bis zum Raumfahrtzeitalter zum mächtigsten Reich der Welt zu machen.

[Quelle: http://www.civilization5.com/?lang=de/#/information/%5D

Deshalb ist es hier ein wenig verwirrend, sich für den Sammelbegriff „Antike“ als erstes Zeitalter entschieden zu haben. Die Begründung könnte darin liegen, dass man mit der Steinzeit in erster Linie nicht den Beginn der Zivilisation verknüpft, da sie viele verschiedene Phasen hat (Im Jahr 4000 v.Chr. würde man sich schon am Ende der Steinzeit befinden [Jungsteinzeit/Kupfersteinzeit]), sondern Kämpfe mit Dinosauriern, welche es zu dieser Zeit ja schon lange ausgestorben sind. Die Antike lässt die meisten dann eher Griechen, Römer, Bablyonier usw. ins Gedächtnis rufen, auch wenn dieser Zeitraum eigentlich eher 3000 Jahre später zu datieren ist.

Die Neolithische Revolution

Am Anfang jeder Partie hat man genau eine Technologie erforscht, von welcher die ganze Entwicklung des Staates dann ausgeht: die Landwirtschaft. Nach dem Technologiebaum muss die Landwirtschaft also um das Jahr 4000 v.Chr. erfroscht wurden und der Grundstein für die Entwicklung der Menschheit gewesen sein. Tatsächlich fand durch die Landwirtschaft der Übergang von den Jägern und Sammlern zu sesshaften Lebensweisen statt und dieser Vorgang wird in der Wissenschaft auch als Neolithische Revolution bezeichnet. Dieser ist aber zeitlich nur sehr schwierig einzugrenzen, da man wohl bereits um 10.000 v.Chr. erste Domestizierungen und Kornspeicher nachweisen kann.

ackerbau
Erste Ackerbauverbreitungen in Europa und Kleinasien

Ein genaues Datum für das Ende dieses Übergangs ist nur schwierig zu setzen, einige Forscher machen dies mit dem Herausbilden von antiken Hochkulturen, wo wir wieder im Zeitraum zwischen 3000 und 4000 v. Chr. angekommen wären. Die Landwirtschaft als Grundlage der Zivilisationsgeschichte ist mit diesem Hintergrund gar nicht so verkehrt. Von der Landwirtschaft aus hat man im Spiel nun 4 Möglichkeiten, weiterzuforschen. Diese Möglichkeiten heißen Keramik, Tierzucht, Bogenschützen und Minenbau. Vor allem die Keramik ist hier einen Blick wert, denn hier gibt es archäologische Befunde, die bis weit vor 4000 v.Chr. getöpferte Waren bezeugen. Daher ist eine historische Einordnung nur schwierig machbar. Mit dem Aufkommen der Keramik in Ägypten und dem damit verbundenen Aufschwung der ägyptischen Kultur macht es aber natürlich Sinn, sie hinter die Landwirtschaft zu stellen. Generell geht man davon aus, dass das Aufkommen von Keramikgefäßen ein wichtiger Bestandteil des Sesshaft-Werdens war. Aber auch spielerisch ist es logisch aufgebaut, wenn man nach der Landwirtschaft erst mal etwas erforschen muss, wo man die Nahrung aufbewahren kann. Hier bieten sich Keramikgefäße oder Kornspeicher, welche über die Keramik freigeschaltet werden, an.

kornspeciher
Ein Kornspeicher sorgt für zusätzliche Nahrung in einer Stadt

Andersherum wäre es ziemlich sinnlos gewesen, Aufbewahrungsmethoden zu haben, wenn man dort nichts aufbewahren kann. Das Spiel vermittelt hier also historisch gesehen eine logische Reihenfolge, auch wenn man noch erwähnen sollte, dass es wohl im vorderen Asien eine Ausnahme gab: hier gab es eine kurze Phase (PPN genannt), in welcher man sich ohne das Wissen über die Keramik niedergelassen hat.

Wie schon erwähnt gehen mit der Neolithische Revolution auch Domestizierungen einher, was sich im Technologiebaum in Form der Tierzucht widerspiegelt. Inwiefern man hier jetzt eine Technologie historisch gesehen vor die anderen stellen kann, ist schwer zu sagen. Aber da man im Spiel über das Erforschen dieser Technologie noch Pferde als strategische Ressource auf der Karte freischaltet, macht es natürlich Sinn, die Tierzucht hier hinter die Landwirtschaft zu stellen.

pferde
Pferde als Ressource sieht man tatsächlich erst nach der Erforschung. Vorher sieht man nur eine leer Grasfläche

Auch der Aspekt, dass man nun Lasttiere brauchte, welche bei der Landarbeit helfen konnten, lässt diese Einordnung logisch erscheinen. Die ersten für die Arbeit domestizierten Tiere waren aus diesem Grund wohl Hausesel um das Jahr 4000 v.Chr. herum.

Bogenschießen aus der Landwirtschaft heraus zu entwickeln ist etwas merkwürdig, wenn man es als logische Weiterentwicklung betrachtet. Denn eigentlich ging durch die Landwirtschaft der Trend weg vom Jagen und schon gut 10.000 v.Chr. wurden erste Bögen eingesetzt. Das Bogenschießen an sich also als Folge des Sesshaft-Werdens darzustellen, ist historisch nicht korrekt. Allerdings wird das Bogenschießen hier nicht nur im Jagdkontext gesehen, sondern es ermöglicht dem Spieler zusätzlich die Produktion von Bogenschützen, wodurch die militärische Komponente hervorgehoben wird: Bogenschützen als Alternativen (zu Nahkampfeinheiten) im Kriegseinsatz.

bogenschütze
Bogenschützen können über ein Feld hinweg angreifen – ein großer Vorteil in der Anfangsphase

Hier ist man historisch wieder näher an der Realität, da bei Konflikten zwischen den aufkommenden Hochkulturen zu dieser Zeit wohl erstmals Bogenschützen eingesetzt wurden, berühmt wurden vor allem die ägyptischen Bogenschützen von ihren Streitwagen aus.

Der Bergbau ist dann wieder ein gutes Beispiel für historische Korrektheit im Technologiebaum. Zwar wurden schon Bergwerke nachgewiesen, die wohl aus dem Jahr 6500 v.Chr. stammen, aber die Hochphase der Bergwerke beginnt erst mit der Entwicklung der Landwirtschaft. Denn um ganzjährig in Bergwerken arbeiten zu können, muss für die Bergwerksarbeiter genügend Nahrung zur Verfügung stehen. Und dies konnte erst durch die Neolithische Revolution bereitgestellt werden. Der (großflächige) Bergbau ist also eine direkte Konsequenz aus der Landwirtschaft und dies wird über den Technologiebaum in Civilization 5 auch dementsprechend präsentiert.

Von Schiff und Schrift…

Auf der nächste Stufe des Technologiebaums findet man dann drei Technologien, die aus der Keramik heraus erforscht werden können: das Segeln, den Kalender und die Schrift. Gerade das Segeln ist historisch schwierig einzuordnen, denn einige Forscher gehen davon aus, dass sogar schon seit 100.000 v.Chr. Seefahrt möglich gewesen ist. Diese ist allerdings eher mit der Fischerei verbunden, Hochseeschifffahrt und Schiffsdarstellungen sind erst um 5000 v.Chr. nachweisbar, wobei hier die Ägypter wieder Vorreiter waren. Mit diesen Schiffen war es nicht nur möglich, den Nil zu befahren, auch das Mittelmeer oder das rote Meer konnten nun überquert werden. Inwiefern die Keramik jetzt als Grundlage für die Schifffahrt dienen kann, lässt sich ebenfalls nicht wirklich einfach beantworten, eventuell lässt sich über den nun möglichen Handel mit Waren eine Verbindung finden. Zumal die (Hochsee)Schifffahrt genau genommen wohl vor der Keramik entdeckt wurde. Civilization 4 hatte interessanterweise im Technologiebaum noch das Fischen als eigenständige Technologie, aus welcher sich dann das Segeln entwickelte. Dies hat man hier jetzt wohl aus Rationalisierungsgründen mit dem Segeln fusioniert.

Passender sieht die Sache da beim Kalender aus, denn hier gibt es wieder eine direkte Verbindung zur Landwirtschaft und auch zur Nahrungslagerung. Denn man musste ein System entwickeln, um Ernte möglichst ertragreich anzupflanzen. Dazu gehörten Termine für die Aussaat und für die Ernte, weiterhin waren Fruchtbarkeitsriten sehr verbreitet, welche wiederum an bestimmte Himmelsereignisse geknüpft waren, die man dazu möglichst genau vorhersagen wollte. Passenderweise entwickelte sich so in der Neolithischen Revolution auch ein Kalender, wobei sich analog der Begriff „Neolithische Kalender-Revolution“ in der Forschung durchsetzte. Aus den frühen Hochkulturen Ägyptens (wer sonst?) und Mesopotamiens stammen dann wenig überraschend die ältesten heute noch bekannten Kalender.

Auch die Schrift steht in direkten Zusammenhang mit dem Seßhaft-Werden der Menschheit. Zwar lassen sich verschiedene Inschriften wohl schon bis 6600 v.Chr. nachweisen (Jiahu-Schrift), aber das erste wirklich bekannte Schriftsystem war die Keilschrift.

keilschrift
Ein Kornspeicher sorgt für zusätzliche Nahrung in einer Stadt

Um 3500 v.Chr. entwickelte sich die Keilschrift in Mesopotamien und diente, wie der Kalender, vor allem der Landwirtschaft: man notierte verschiedene Tabellen und Listen zur Landwirtschaft, die es den Bauern leichter machen sollten, erfolgreich Landwirtschaft zu betreiben. Daraus entwickelten sich dann weitere Anwendungsbereiche, unter anderem wurden über Inschriften auf Steintafeln Informationen zur Verwaltung publiziert und auch Rechen- und Zahlungssysteme lassen sich für diese Zeit nachweisen. Allerdings dauerte es noch gut 1000 Jahre, bis sich die Keilschrift bei allen Völker im Gebiet um Euphrat und Tigris durchgesetzt hatte. Daraus entstand dann die Möglichkeit, via Briefwechsel zu kommunizieren, was sich im Spiel durch die Möglichkeit, Botschaften zu gründen, wiederfindet, sobald man die Schrift erforscht hat.

Von der Tierzucht werden dann zwei weitere Technologien freigeschaltet, eine davon ist das Fallenstellen. Hier ist es nun schwierig, den Begriff Falle historisch zu definieren. Denn es gibt so viele verschiedene Arten von Fallen, dass man ein einheitliches „Erfindungsdatum“ nicht einfach nennen kann. Reusen und Hummerfallen lassen sich bspw. bis 7000 v.Chr. nachweisen, Fangsteine werden seit ca. 5000 v.Chr. benutzt. Auch die spielerische Datierung hinter die Tierzucht wirkt ein wenig unlogisch, da Fallen ja eher für die Jagd dienlich sind, von welcher man sich gerade durch die Tierzucht weg entwickelt hat. Man könnte jetzt argumentieren, dass man Tiere vor dem domestizieren ja erst mal fangen muss, allerdings waren die meisten Fallen für Wildtiere gedacht und nicht für die gewöhnlichen „Haustiere“.

Die zweite neue Technologie ist das Rad, diese kann aber erst erforscht werden, wenn man dazu schon das Bogenschießen entwickelt hat. Man benötigt hier also beide Technologien, um diesen Pfad weiter verfolgen zu können. Hierdurch wird ebenfalls deutlich, dass es für das Rad sowohl einen zivilen, als auch einen militärischen Nutzen gab. Datiert wird die Erfindung des Rads auf das 4. Jtsd. v.Chr., tatsächlich kam es wohl ziemlich parallel in Mittel- und Osteuropa, sowie Mesopotamien auf.

räder
Teilweise erhaltene Wagenräder aus dem 3. Jtsd. v.Chr.

Der zivile Nutzen ist dann wieder mit dem Aufkommen der Landwirtschaft verbunden, denn zum einen hatte man mit Rädern eine bessere Möglichkeit, Äcker zu bearbeiten, zum anderen konnte man Waren über Karren mit Rädern leichter transportieren. Auf der militärischen Seite ist die Entwicklung von Streitwagen nennen, welche Geschwindigkeit und Beweglichkeit von Angreifern stark verbessern konnten. Aber nicht nur in Europa und Asien, auch in Mittelamerika wurde sich das Rad um diese Zeit zu nutzen gemacht, hier allerdings eher in Form von Zahnrädern, da man keine geeigneten Zugtiere hatte, um sie (wie die Europäer) in der Landwirtschaft einzusetzen.

Harter Stoff – Steine und Metalle

Aus dem Bergbau folgen ebenfalls zwei neue Technologien, hier sind es Mauerwerk und Bronzeverarbeitung. Bei beiden ist der logische Kontext schnell erkennbar: Mauerwerk konnte man erst betreiben, nachdem man Steine effektiv aus Steinbrüchen heraushauen konnte und Bronze musste auch erst gefördert werden, bevor man es verarbeiten konnte. Wenn man sich mit dem Begriff Mauerwerk befasst, so ist dieser nicht ganz einfach zu umfassen, denn er hat sehr viele, meist nach Art der Steine definierte Unterbegriffe. Das Spiel gibt jedoch einen kleinen Hinweis, dass es sich hier um die Technik handelt, mit welcher man erstmals Mauern und auch die Pyramiden gebaut hat: beide Gebäude werden durch die Erforschung freigeschaltet. Die ersten Pyramiden gehen auf das sogenannte Alte Reich zurück, eine Herrschaftsphase in Ägypten. Diese begann ca. 2680 v.Chr. und ca. 2650 v.Chr. wurde mit der Djoser-Pyramide, die erste von vielen weiteren Pyramiden gebaut, welche sich des Mauerwerks bedienten.

pyramide
Die  Djoser-Pyramide

Bei Mauern ist es wieder komplizierter, weil es in der Wissenschaft keine klare Meinung dazu gibt, wann es erstmals eine Stadt mit Mauer gab. Jericho wird hier oft genannt, allerdings könnte die dortige Mauer einfach nur Teil eines Staudamms gewesen sein. Ansonsten müsste man das Mauerwerk auf gut 8000 v.Chr. datieren, wodurch es eine Zeitspanne von gut 5000 Jahren zu den Pyramiden gäbe (und auch 1500 zum Bergbau!). Man kann an der ganzen Problematik erkennen, dass eine Datierung bei manchen Technologien einfacher ist, bei manchen eher schwierig. Das Mauerwerk gehört definitiv zu den schwierigen.

Bei der Bronzeverarbeitung ist es ein wenig einfacher, denn diese begann wohl um 3500 v.Chr. und spätestens ab 2500 v.Chr. wurde sie großflächig gewerbsmäßig hergestellt. Nicht umsonst nennt man den Zeitraum ab 2200 v.Chr. ebenfalls Bronzezeit (In Vorderasien/Ägypten fängt sie sogar schon um 3000 v.Chr. an). Die größere und dazu effektivere Verarbeitung von Bronze konnte man sich auf verschiedene Arten zu Nutze machen: zum einen hatte man nun Waffen aus Bronze, welche stabiler als ihre „Vorgängermodelle“ aus Kupfer waren und einen niedrigeren Schmelzpunkt hatten. Weiterhin konnte man nun verschiedene Werkzeuge bauen, welche vor allem für die Landwirtschaft und den Bergbau förderlich waren. Abschließend wurde Bronze in einigen Kulturen auch für die Herstellung von Schmuck benutzt, ein Beispiel dafür sind Fibeln (eine Gewandnadel, quasi der Vorgänger der Brosche) aus Bronze. Hier ist interessant, dass von diesen drei Aspekten für Civilization der militärische die wichtigste Rolle spielt: denn durch die Entwicklung lassen sich erstmals verbesserte Nahkämpfer bauen und Kasernen können für verbesserte Militäreinheiten gebaut werden. Der Punkt mit den Werkzeugen zeigt sich in dem Spielelement, dass man nun Wälder abholzen kann. Wenn sich also ein Spieler entscheidet, früh militärisch zu spielen, kommt er um die Bronzeverarbeitung nicht herum. Interessanterweise wird über die Erforschung der Verarbeitung von Bronze auch Eisen als Ressource auf der Karte freigeschaltet. Mit diesem Eisen kann man aber noch nichts anfangen, besondere Einheiten können erst mit weiteren Technologien gebaut werden. Daher wird es im nächsten Kapitel mehr dazu geben. Historisch gesehen leitet man dadurch auf den Übergang zur Eisenzeit hin: die Menschen sehen, dass es Eisen gibt, können es aber (noch) nicht nutzen.

eisen
Wie die Pferde taucht Eisen erst nach der Erforschung einer Technologie auf der Karte auf

Fazit

Wenn man mal davon absieht, dass der Begriff Antike für den Zeitraum zwischen 4000 v.Chr. und die Zeit bis zum Ende der Bronzezeit (~800 v.Chr.), nicht wirklich passt, sind die meisten Technologien historisch gesehen in diesem Zeitraum gut aufgehoben. Die Landwirtschaft als Ursprung aller Zivilisation spiegelt die Bedeutung des Sesshaftwerdens der Menscheit sehr klar wieder und macht dem Spieler klar, wie bedeutsam es war, Nahrung endlich anbauen und lagern zu können. Auch die weiteren positiven Folgen, wie bspw. endlich ganzjährig Bergbau betreiben zu können, da man Nahrung für die Bergarbeiter lagern konnte. Daneben beziehen sich die meisten Technologien nicht darauf, wann man zum ersten Mal eine Technologie “erforscht” hatte, sondern ab wann man regelmäßig und gezielt auf das Wissen zurückgegriffen hat. So gab es zwar schon um 6500 v.Chr. Bergwerke, aber die regelmäßige und systematische Verbreitung dieser fand erst nach 4000 v.Chr. statt. Einzig das Segeln und das Bogenschießen fallen ein wenig heraus, da beide Technologien wohl schon vor 4000 v.Chr. relativ bekannt waren. Jedoch konzentriert sich das Spiel hier wohl auf einzelne Aspekt (Segeln zum Handeln, Bogenschießen im Kampf), die sich erst nach 4000 v.Chr. stärker ausprägten. In dieser Hinsicht passt die Begründung auch mit dem Spiel zusammen, denn durch das Segeln wird erstmals die Möglichkeit zu Handeln freigeschaltet, während das Bogenschießen die erste Fernkampfeinheit im Spiel gibt. Das Fallenstellen ist wohl die von der Logik her am wenigsten passende Technologie in der Antike, weil sie doch eher zu einer von Jagd geprägten Gesellschaft passt, als zu einer sesshaft gewordenen.

Insgesamt legt die Antike aber einen historischen guten Einstieg hin und weiter geht es mit der Klassik, welche sich dann vor allem auf die griechische Zeit bezieht. Da bietet sich dann auch gleich die Gelegenheit, Heurekamen zu sagen: denn dort werden wir Archimedes finden! Aber dazu mehr im dazugehörigen Blogartikel.

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