Wer ist es? – Traian

Wer ist es?

Imperator Caesar Nerva Traianus Augustus, oder wer es kurz mag: Traian!

Wann regierte er?

Von 98 n.Chr. bis zu seinem Tod 117 n.Chr. war er römischer Kaiser.

Was sind seine Boni?
Trajanssäule

Trajans einzigartige Fähigkeit kann man nicht nur im Spiel, sondern auch heute noch bewundern: Die gleichnamige Säule steht auch heute noch auf dem Gebiet des Trajansforums. 113 n.Chr. zu Ehren seiner baulichen Leistungen in Rom aufgestellt diente sie vielen anderen Herrschern der Geschichte als Vorbild. Unter anderem kopierte Napoleon sie für seine Siegessäule auf der Colonne Vendôme in Paris. Spielerisch wird sie aber gerade dadurch bedeutsam, dass sie ihre Einzigartigkeit verliert: Denn dank ihr bekommt jeder Spieler in einer neu gegründeten Stadt ein kostenloses Stadtbezirkgebäude. Und dies ist fast immer ein Monument. Folgt man der Logik im Spiel ist also das erste Gebäude jeder Stadt eine solche „Trajanssäule“. Erst später gibt es eben einen „Trajanskornspeicher“. Auf jeden Fall soll die Ähnlichkeit des Monuments hier als Denkmalgebäude für die Trajanssäule herhalten.

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Ragt auch heute noch hervor: Die Traianssäule in Rom

Alle Wege führen nach Rom

Die auch heute noch sehr geläufige Phrase „Alle Wege führen nach Rom“ liefert den Titel für den Bonus von Rom als Nation. Ursprünglich stammt der Begriff wohl von einem goldenen Meilenstein, welchen Kaiser Augustus 20 v.Chr. auf dem Forum Romanum aufstellen ließ: Auf diesem stand Rom im Zentrum und um ihn herum die Entfernung zu den Hauptstädten aller Provinzen. Somit zeigte er, dass Rom als Zentrum von jedem Ort des Imperiums erreicht werden könne. Von dieser Bedeutung leitet er dann auch einen Großteil seiner Effekte ab: Alle neu gegründeten römischen Städte starten mit dem Gebäude “Handelsposten”. Weiterhin wird sofort eine Straße zur Hauptstadt gebaut, sofern sie in der (variablen) Reichweite für einen Handelsweg ist. Zu guter Letzt generieren Handelswege mehr Gold, wenn sie auf ihrer Route weitere Städte mit Handelsposten durchlaufen. Drei Boni zum Preis von einem!

Am offensichtlichsten ist hierbei wohl der Bezug zu den sofortigen Straßen zur Hauptstadt. Da diese immer Rom ist (sofern ein Spieler nicht auf die Idee kommt, sie umzubenennen!), führen für den Spieler auch alle Wege in diese Stadt. Wo andere Spieler sich Jahrtausende (Ingame natürlich, auch wenn es sich beim Spielen manchmal so anfühlt) ein Straßennetz umständlich aufbauen müssen, bekommt Rom ein gutes für umsonst. Rom als Stadt wird somit nicht nur als Zentrum wahrgenommen, sondern Rom als Nation generell infrastrukturell fortschrittlich. Wo wir wieder einen Bezug zu den Römerstraßen haben, auf denen ein Großteil des heutigen Straßennetzes in Europa heute noch basiert. Durch seine Position als Zentrum des Imperium Romanum und das große Straßennetz war Rom natürlich auch ein Ort, an welchem man gut Handel treiben konnte. Und damit kommen wir auch schon zu Bonus Nummer 2 und 3: Der kostenlose Handelsposten und die ertragreicheren Handelswege erhöhen die Golderträge des Spielers ganz ordentlich. Somit entsteht für den Spieler auch ein großes Interesse darin, lange Handelsrouten durch möglichst viele solcher Städte zu planen. Rom selbst muss hierbei gar nicht mal das Zentrum sein, da ja jede neue Stadt von diesem Bonus profitiert. Insofern erzeugt dieser Bonus das Bild von Rom, welches man von Wirtschaftskarten aus dem Schulbuch kennt: viele Straßen, viel Handel, viel Reichtum! Das größte Straßennetz besaß Rom übrigens zur Zeit seiner größten Ausdehnung (wie überraschend!) im Jahr 117 n.Chr.. Und der damalige Kaiser hieß (wieder sehr überraschend!) Traian!

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Hier gibt es alles, was so ein Weltreich braucht: Das Imperium Romanum um 117 n.Chr.

Legion

Wenn man von den regelmäßigen Abreibungen absieht, welche die Legionäre in den Asterix-Comics ständig bekommen, stehen sie wie keine andere Einheit für die Größe des römischen Heeres. Seit Beginn der römischen Geschichte (jedenfalls so weit man dies nachforschen kann) standen sie zuerst als Bürgermiliz, später als Berufsarmee an der Spitze des Militärs. Nicht ohne Grund war sie (bis auf Civilization IV) fast immer die römische Spezialeinheit. Jeder denkt bei der Legion sofort an Rom und daher macht es auch keinen großen Sinn, hier auf eine andere Einheit zu gehen. “Never change a winning team” heißt es in der Fußballsprache. Als Vorteile besitzt sie eine Kampfstärke von 40 (anstatt der 36 eines “einfachen” Schwertkämpfers) und kann mit dem “römischen Militärlager” ein zusätzliches Gebäude auf der Karte platzieren. Zu guter Letzt benötigt sie kein Eisen und kann deshalb unabhängig von der aktuellen Situation gebaut werden (weshalb sie aber auch ein wenig mehr Produktion kostet). Der Spieler muss also nicht mehr hoffen, dass nach der Erforschung der Eisenverarbeitung irgendwo die begehrte Ressource auftaucht. Ansonsten ist die Legion als starke Einheit im Spiel weiterhin ziemlich gut in der Offensive und besitzt mit dem römischen Militärlager auch noch eine Möglichkeit, sich zusätzliche Verteidigungsstärke (+4) zu holen. Diese hilft im Spiel jedoch weiter, gegen Zaubertrank trinkende Gallier aber leider nicht.

Bad

Ist man beim Familienduell zu Gast und bekommt die Frage gestellt, welches Gebäude man mit Rom verbindet, so ist die Chance nicht gering, dass das “Aquädukt” genannt wird. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet Rom als einzige Nation dieses Gebäude in Civilization VI nicht bauen kann. Denn das Gebäude (oder besser gesagt der Bezirk) wird in diesem Teil durch das Bad ersetzt, welches zusätzliche Plätze an Wohnraum und Zufriedenheit bringt. Doch ist das Bad “römischer” als das Aquädukt? Durch den Namen auf jeden Fall nicht. Denn merkwürdigerweise wurde sich hier für diesen sehr allgemein gefassten Begriff entschieden und nicht für den offensichtlichen der Therme. Denn letzterer ist doch relativ klar mit dem Imperium Romanum verknüpft: Seit dem 2. Jhdt. v.Chr. wurden vor allem in den großen Städten Roms Thermenkomplexe gebaut, die neben einem hygienischen Nutzen auch zur Unterhaltung dienen sollten. Und davon leiten sich schließlich auch die Boni im Spiel ab. Ähnlich wie große Sportstadien in der heutigen Zeit wurden Thermenkomplexe in der Kaiserzeit auch zur teuren Repräsentationsbauten der jeweiligen Kaiser. Je größer, desto besser. Besonders hervor trat ein gewisser Traian (wo haben wir den Namen schon mal gehört?), dessen Komplex über 100 Jahre hinweg die größten in der römischen Welt waren.

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Feuchtes Vergnügen: Modell der Trajansthermen in Rom.
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